Abseits von Internet - schreibfaul in den Antillen

Herrliche Wochen liegen hinter den Kobolden... 

nach unserer schnellen und unproblematischen Atlantiküberquerung von Mindelo Cap Verde nach Barbados (13.12 - 27.12. 2016) sind wir zwischen den West Indies herumgesegelt und haben die karibischen Inselchen genossen. Zu Anfang mit dem Besuch von Sandras Mutter und Mathias, Kapitän Kraft, meinen Eltern & Steffi. Mehrere Inseln haben wir mit der deutschen Seglerfamilie @sy7seas erkundet... 

- Bequia

- Mustique  

- Canouan   

- Mayreau 

- Union  

- Tobago Cays  

... 

-St vincent

-St lucia

-Martinique

-Dominica 

-Les Saintes

-Guadeloupe  

seit einigen Tagen treffen wir die nötigenVorbereitungen für unsere nächste große Etappe. Wir haben nach langen und mühsamen Recherchen und Bürotagen ;) tatsächlich einen US VISA INTERVIEW in Havanna Cuba bekommen... Daher werden wir nun auf direktem Wege von Guadeloupe nach santiage de Cuba segeln 1000 Seemeilen und Ca 10 Tage 

die Kobolde sind sehr gespannt auf die größte Insel der Karibik 

 

 

 

 

Frankreich in der Karibik

Das türkisgrüne Wasser unter der steilen Felswand in der Bucht von den 'Les Saintes' lockte uns zum Schnorcheln ins Wasser. Tausende Schwärme kleiner Minifische und die üblichen Kollegen, wie Squirrelfish, Angelfish, parrotfish, Regenbogenfische, Seegurken, Trompetenfische, Kofferfische und, und, und ließen uns in eine andere Welt abtauchen. Unter Wasser scheint alles von einem abzufallen und ich staune jedes Mal, was sich unter der leuchtenden, scheinbar klaren Wasseroberfläche alles verbirgt. Es herrscht eine unglaubliche Ruhe unter Wasser. Man hört nur die eigenen Atemgeräusche, das Knistern der Wasseroberfläche und ganz schwach die Brandung, die gegen die Felsen klatscht. Diesmal war da noch etwas. Ein langgezogener Ton, der sich die Tonleiter hochsang. Als ich den Kopf aus dem Wasser hob, um zu hören, ob das Geräusch von Land von einer Sirene oder ähnlichem kam, war das Geräusch verschwunden. Wieder unter Wasser hörte ich es erneut. Diesmal setzte der Ton tiefer an und schraubte sich noch ein paar Töne tiefer. Es waren Wale! In Dominica haben wir mehrmals gehört, dass verschiedene Wale u.a. zwei Pottwalgruppen in der Umgebung gäbe! Auf dem Weg aus dem Süden Dominicas, in den Norden konnten wir ihren Blas aus der Ferne sehen, schafften es jedoch nicht ihnen näher zu kommen. Als Kind hatte ich mal eine kleine Werbe-LP aus einem Mickey Maus-Heft, auf dem die Walgesänge aufgenommen waren, nun erkannte ich diesen mysteriösen teils klagenden (tonleiterabwärts) teils hoffnungsvoll rufenden (aufwärts) Singsang wieder. Wenn man etwas tiefer tauchte, hörte man die Laute noch deutlicher. Die Wale mussten irgendwo zwischen dem Inseldreieck sein! Es klang so nah! Als mir die Luft ausging, ließ ich mich an der Wasseroberfläche treiben. Der Strom zog mich langsam aus der Bucht. Es war, als würden diese unglaublichen Tiere nach einem rufen. Zu gerne hätte ich sie aus nächster Nähe gesehen! Der Zauber der geheimnisvollen Unterwasserwelt kribbelte unter der Haut. Das Verlangen, das ich seit meiner Kindheit in mir trage, diese außergewöhnlichen Tiere zu sehen wurde wieder neu entfacht, jetzt wo wir so nahe dran waren! Vielleicht treffen wir sie nun endlich auf den Saintes. Hallo gesagt haben sie ja schonmal....

 

Gran Canaria - Bye Bye Europe

Gran Canaria, 28. November 2016:

Von Las Palmas haben wir leider so gut wie nichts gesehen, da wir die letzten Vorbereitungen auf der KOBOLD für unsere Atlantiküberquerung erledigen mussten. 

Gran Canaria hieß uns leider nicht sehr herzlich willkommen. Bei unserer Ankunft im Hafen von Las Palmas regnete es in Stömen. Die Marina reagierte trotz mehrfacher Versuche nicht auf unsere Anfrage per Funk in den Hafen einlaufen und einen Platz zugewiesen zu bekommen. Wir hörten über Kanal 11, dass es den anderen Segeljachten ähnlich ging, obwohl wir auch hörten, dass die Marinebeamten miteinander auf dem selben Kanal sprachen. Erst als ich die Marineros auf spanisch anfunkte, würden wir angewiesen 10 Minuten zu warten, man würde uns dann Bescheid geben. Zwischenzeitlich waren wir jedoch schon längst im Hafen und hatten an der Tankstelle festgemacht. Da man uns auch nach zehn Minuten weiter ignorierte und auch die Jungs nichts ausrichten könnten, indem sie persönlich ins Marinebüro gingen, um einen Platz zu bekommen, beschlossen wir erstmal zu frühstücken. Nach den ersten Bissen, kam ein entnervter Marinero mit seinem Speedboot angefahren und wollte uns klar machen, wir müssten erstmal wieder raus aus dem Hafen und davor ankern, bis wir einen Platz zugewiesen bekommen. Da wir zwischenzeitlich von anderen Yachties mitbekommen hatten, dass der Ankergrund schlammig und daher nicht sonderlich geeignet war und diese zudem zwei Tage gewartet hatten, bis sie einen Platz im Hafen bekommen haben, obwohl es noch einige freie Plätze gab, weigerten wir uns den Hafen wieder zu verlassen, jetzt wo wir bereits drin waren. Schließlich haben wir uns vollkommen korrekt verhalten und konnten nichts dafür, wenn man uns nicht rechtzeitig informierte. Der Marinero zeigte jedoch keinerlei Einsicht und gab uns keine Gelegenheit für ein konstruktives Gespräch, sondern brauste mit seinem Speedboot und der Drohung die Polizei zu verständigen, wenn wir nicht verschwinden, wieder davon. Nachdem er noch zweimal vorbeifuhr und auch andere Yachties uns zu verstehen gaben, dass sie unseren Platz zum tanken bräuchten, verlegten wir die KOBOLD auf die andere Seite am Ende des Stegs, in eine kleine "Sackgasse". Erstaunlicherweise kamen die Marineros ungefähr eine 3/4 Stunde wieder und bedeuteten uns ihnen und dem Katamaran, den sie im Schlepptau hatten zu folgen. 

Zeitgleich erhielt Jens den langerwarteten Anruf eines Versicherungsmenschen, um die Erstattung unserer beschädigten Badeplattform und des Hydrogenerators zu sprechen. Da die Marineros und der Katamaran bereits außer Sichtweite waren, war nun etwas Eile geboten. Wir legten von dem Steg ab und versuchten die KOBOLD in der engen Sackgasse zu wenden. Als unser Bug gerade in der Lücke zwischen zwei Booten stand und unser Heck auf die Steine an der Uferböschung zeigte drückte uns der Wind mit dem Heck immer näher gegen die Steine und das dazwischen liegende Boot eines deutschen. Unser Grill hing bereits in der Reling des anderen deutschen Schiffs fest und ich hab gedanklich unser Ruder schon an den Steinen bzw. unseren Kile im Grund feststecken sehen. Glücklicherweise kam der Eigner des deutschen Schiffs sowie ein spanischer Segler an Land zur Hilfe und versuchten uns gemeinsam mit diversen Leinen in die richtige Richtung zu drücken, was uns schlussendlich dann auch gelang. Mir ist ein ganz schöner Stein vom Herzen gefallen, dass wir unbeschadet aus der Nummer raus gekommen sind. 

 

Die Marinero gabelten uns wieder auf und führten uns in einen abgelegen kleinen Hafen, am Ende des Hafens, der zwar nicht besonders ansehnlich im Vergleich zum Haupthaufen war, aber dafür ruhig gelegen. später erfuhren wir, dass in diesem Teil des Hafens diverse konfeszierte Drogenschiffe an den Muringleinen direkt vor den Steinen lagen. Wer weiß, ob das eine Art Strafversetzung für unserer vorherige Weigerung war, den Hafen zu verlassen und zunächst zu ankern.  

Da die Eltern von Lorenz zur selben Zeit auf Lanzerote waren, machte er mit der Fähre einen kleinen Abstecher zu ihnen um sich noch ein paar Kleinigkeiten mitgeben zu lassen und sie nochmal zu sehen, bevor es für ihn weiter zu den Kapverden und danach weiter an noch unbestimmte Orte ging.

Währenddessen fingen wir an unsere To-Do-Liste abzuarbeiten. Wir füllten unsere Grabbags, die wir im äußersten Notfall auf die Rettungsinsel mitnehmen wollten, mit lebensnotwendigen Dingen wie, Medizin, Wasser, Müsliriegeln, Angelleinen, Taschenlampe und Sonnenmilch (später entdeckte ich noch mit einem Schmunzeln, dass Jens noch eine letzte Packung Zigaretten hinzugefügt hat- das wird wohl eher nicht mit dem Rauchenaufgeben). Außerdem laminierten wir eine Liste mit lebensnotwendigen Rufnummern und den erforderlichen Angaben im Falle eines Maydays ein. Und schließlich gingen klapperten wir die ganzen Marineläden nach Dingen ab, die wir noch benötigten, wie z.B. Diverse Gastlandflaggen, Elektrostecker für die Solarpanells (die alten waren bereits durchkorrodiert), eine neue Ersatzopferanode für unseren Motorpropeller etc.

Sobald Lorenz wieder an Bord war, wurde mit den Arbeiten begonnen. Die Lifelines wurden befestigt, unser Hydrogenerators neu justiert, da er zuvor immer wieder beim segeln an die Wasseroberfläche auftauchte und daher nicht genug Strom lieferte. Leider stellten wir fest, dass zwei der alten Solarpanels Haarrisse aufwiesen und daher nicht mehr zu gebrauchen waren. Um unserem Energieplan erfüllen zu können mussten wir also kurzerhand auch noch ein neues Solarpanel kaufen. 

Den nächsten Tag (Freitag) verbrachten wir am Vormittag mit der erneuten Proviantierung, in erster Linie mit frischem Obst, Gemüse und Fleisch und am Nachmittag beim Segelmacher. Um uns vor der Sonne in der Karibik zu schützen wollten wir unser Bimini noch etwas erweitern, indem an den Seiten und zum Heck hin weitere Stoffe gespannt werden konnten. Außerdem wollten wir ein sogenanntes Ghost haben. Eine Art Zelt, das man über der vorderen Luke anbrachte und durch das etwas frischer Wind durch das Schiff gepustet werden soll. Da wir bereits am Samstag abreisen wollten, sollten die Sachen noch am selben Tag gemacht werden. Der Segelmacher meinte jedoch er würde nicht beides schaffen, es sei den, wir würden ihm die Teile für das Ghost selber zuschneiden. So kam es dann auch. Jens und ich schnitten die Stücke nach einem Muster des Segelmachers zu und waren zugleich live dabei, wie unser Bimini optimiert wurde. Die zunächst so einfach geglaubte Arbeit entpuppte sich als aufwändiger als gedacht. Wir saßen von 15 Uhr bis ca. 22 Uhr im Atelier des Segelmachers.

Als wir endlich wieder am Schiff ankamen erwartet uns neben Lorenz bereits Mathi, der mit uns den Törn zu den Kapverden machen wollte. Wir schafften es noch gemeinsam vorzüglich in einem der Marinerestaurants essen zu gehen, bevor wir herrlich gesättigt und erschöpft in die Kojen vielen. 

Am nächsten Tag waren die Wettervorhersagen für den Törn zu den Kapverden leider immer noch bescheiden. Es waren jede Menge Flauten angesagt. Daher zogen wir die Genua 2, ein größeres Vorsegel, auf das Vorstag und ich kochte den Vormittag über Chilli von Carne und Buletten für die Überfahrt vor. Noch bevor ich das Abendessen vorbereiten konnte, waren die Hälfte der Buletten schon auf rätselhafte Weise verschwunden ;).

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen gleich aufbrechen. Wie sooft, verzögerte sich die Abfahrt jedoch auf 15 Uhr, bevor alle geduscht, die Formalitäten geklärt und klarschiff gemacht war. Mit einem Mittelbauten Tröten aus unser Hupe tuckerten wir dann jedoch endlich aus dem Drogenhafen heraus. Trotz des wenigen Windes setzten wir die Segel und dümpelten vor der Küste Gran Canarias herum. Noch ca. Vier Stunden konnten wir die Lichter des Hafens von Las Palmas sehen. Die See war seicht und wir luden erneut das Wetter über unser Satelitentelefon runter. Leider war das Ergbnis: noch mehr Flaute. Da Mathi spätestens am 6. Dezember 2016 seinen Flug von den Kapverden bekommen sollte und die Vorhersagen nicht alle eine Ankunft vor diesem Datum versprachen überlegten wir kurz, doch auf den Kanaren zu bleiben, dort einige nette Tage zu verbringen und von dort aus über den Atlantik zu setzen. In der Hoffnung dass die Vorhersagen sich noch ändern würden verwarfen wir den Plan jedoch wieder....

 

La Coruna - Illas Atlanticas - Porto

La Coruna - Illas Atlanticas —> WORK IN PROGRESS...

Laxe - Haxe

Camarinas - und die Tüte voller Fische

Capo Finisterre - Pilger von oben

Rias - Rias - Rias…

...kommt noch...

Atlantic Islands (Illa Cies) - Porto, 8. Oktober 2016

Nach zwei entspannten Tagen vor Anker vor zwei der Illas Atlanticas, hatten wir nun noch 1 1/2 Tage bevor wir in Porto sein wollten, um unseren nächsten Kobold in Empfang zu nehmen. Den Halbitaliener Lorenz aka Lorbold, der zahlreiche Wochenenden mit Jens in Wedel verbracht hat um unsere KOBOLD mit vernünftiger Elektrik und anderer Ausrüstung auszustatten, um sie langzeitfahrtentauglich zu machen. 

 

Nachdem wir zunächst Vigo oder Baiona noch ansteuern wollten entschieden wir uns spontan vor der Zufahrt nach Baiona zur Abwechselung mal wieder eine Nachtfahrtzu machen und direkt nach Porto durchzusegeln. Wind und Wetter waren gut und wir kamen zügig voran. Die Entscheidung wurde belohnt! Fünf bis sechs "gemeine Delfine" besuchten uns und spielten vor dem Bug der KOBOLD und zeigten, wie hoch sie springen konnten und wie geschickt sie kurz vor der Bordwand in einem Affenzahn wieder auseinanderstoben.

 

Gegen Mitternacht ließ der Wind soweit nach, dass wir den Motor anwerfen mussten. Um uns herum war dichter Nebel. Dafür bekamen wir wieder Besuch von unseren Delfinfreunden. Diese Begegnung toppte echt alles was wir bisher gesehen haben! Ungefähr zwanzig bis dreißig Delfine rasten wie die geölten Blitze vom Heck der KOBOLD immer wieder zum Bug. Durch die phosphorisierenden Teilchen im Wasser sah es aus wie ein Feuerwerk unter Wasser. Unbeschreiblich schön! Um so näher die Delfine an der Bordwand waren, umso klarer konnte man glitzernd die Körper der Delfine sehen, wie sie immer wieder an der KOBOLD entlang schossen und die kleineren gelb-grün leuchtenden Streifen, die sich als Fischschwärme entpuppten, jagten. Leider ließ sich das Spektakel durch die Dunkelheit nicht wirklich auf unseren Kameras einfangen, so dass es wohl für immer unser kleines Geheimnis bleiben wird. Dank dieses Schauspiels kamen wir schnell durch die Nacht. 

 

Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr (local time) erreichten wir dann Porto. Da wir noch eine Weile warten mussten, bis wir in den Hafen konnten, führen wir den Douro noch ein weiteres Stück flussaufwärts durch den Nebel unter einer enorm hohen Brücke hindurch. Aus einem alten Aluschiff, dass offensichtlich als Technoclub umfunktioniert worden ist, kamen ein paar Gestalten gestolpert. 

 

Vor der Einfahrt der Marina trafen wir die LITTLE COCONUT wieder. Ein junges australisch-englisches Pärchen, die wir bereits in Muros kennengelernt hatten. Von dort holte uns dann ein freundlicher Portugiese mit seinem 150 PS-starkem Motorgummiboot zu unserem Liegeplatz für die nächsten Tage. Wir fiehlen kurze Zeit später in die Kojen um etwas von dem verpassten Schlaf nachzuholen. 

 

Nach einer Grundreinigung der KOBOLD tagsüber konnten wir gegen 22 Uhr endlich Lorbold an Bord der KOBOLD in Empfang neben, der am Abend in Lissabon gelandet ist und mit dem Bus nach Porto gekommen ist.

Biskaya - never trust a weatherman

55 Stunden Brest - La Coruna --> VIDEOS

Ich denke, ich kann für die ganze Crew sprechen, dass wir alle einen ziemlichen Respekt vor der bevorstehenden Überfahrt der Biscaya hatten. Nachdem wir die Wetterlage gecheckt haben, viel am Samstagnachmittag relativ kurz entschlossen die Entscheidugng, dass wir nach einem kurzen Aufenthalt am Freitag in `Camarais sur mer` und am Sonntag in `Brest`gleich montagfrüh die Überfahrt über die berüchtigte Biscaya wagen wollten.  Knapp 100 Meilen vor der Küste der Riesenbucht zwischen Frankreich und Spanien, steigt der Meeresgrund abrupt von einigen 1000 Metern Tiefe auf wenige 100 Meter an. Das führt dazu, dass die Wassermassen sich an dieser Steilwand stauen und an der Wasseroberfläche als wilde Wellen entweichen. Es ist also nicht ratsam die Bucht an der Küste zu passieren, da es dort bei etwas mehr Wind zu ziemlich stürmischen Seegang kommen kann. Hinzukommt, dass die Biskaya sich mit ihren turbulenten Herbststürmen einen Namen gemacht hat. Nunja und der Herbst steht ja nunmal vor der Tür ... 

Der Wetterbericht sagte voraus, dass der Wind am Montag zunächst aus Süden und dann auf Nordwest drehen würde. Das bedeutete für uns an sich günstige Winde, da wir mit dem Südwind am Montag erst einmal einen Halbwindkurs Richtung Westen segeln wollten und dann mit dem Nordwestwind direkt Kurs auf `La Coruna` nehmen    könnten. Etwas Bauchschmerzen bereitete mir aber, dass sich am Dienstag laut Wettervorhersage ein Tiefdruckgebiet zusammenbrauen sollte, dass uns mit bis zu 30 Beauforts Wind ordentlich voranpusten sollte. Einige Wettervorhersagen bezeichneten das Tiefdruckgebiet in seinen Spitzen als cyclonartig. Allerdings sollten diese Wetterphänomäne in der Nähr der Küste auftreten. Wir wollten ja einen Bogen um die Küste machen und weiter aufs Meer hinaus fahren um nach 'La Coruna' zu kommen, würden also nur die Anfänge von dem auffrischenden Wind mitbekommen. So zumindest der Plan. Dennoch war mir etwas bang bei dem Anblick der roten bis violetten Farben auf unserer Wetterkarte für Dienstag.

Was soll´s. Nachdem Maxime Sonntagabend wieder an Bord gekommen ist, um und für den Trip zu begleiten, ging es dann mit zwei Stunden Verspätung Montagmorgen bei leicht bedecktem Himmel aber mit durchschmunzelnder Sonne los. Die Atlantikwellen haben eine komplett andere Struktur, als das was wir bisher von der Nordsee und dem Ärmelkanal gewohnt waren. Die Wellen sind zwar auch enorm hoch (bis zu 3 Metern), aber unglaublich langgezogen. Es sind eher sanfte Hügel, die geschmeidig auf uns zurollen und die die KOBLD erst raufklettert, um sie kurz darauf wieder hinabzugleiten. 

Kurz hinter der ersten Landzunge besuchten uns wieder ein paar lächelnde Delfine -der sogenannte 'Gemeine Delfin'. Die Bezeichnung "gemein" wird den unbeschreiblichen schönen Wesen in keinster Weise gerecht. 

Weder traut man ihnen besonders hinterlistige Charakterzüge zu, noch Wirken diese Tiere in irgendeiner Weise 'ordinär' oder 'herkömmlich'. Vielzu vergnüglich hüpfen sie immer wieder aus dem Wasser und grinsen einen dabei mit ihrem Schalk in den Augen an. Ich kann gar nicht genug von diesen Tieren bekommen und sie scheinbar von uns oder wahrscheinlich eher von unserer KOBOLD auch nicht, da Sie uns noch ein paar Mal aufsuchten und ganz nah an uns herankamen.

Auch die Nacht war sehr ruhig, bei bestem Segelwind. Hinter der KOBOLD tauchten irgendwann in regelmäßigen Abständen Quallen auf, die wohl zu viel von dem phosphorisierten Plakton verschluckt hatten, da sie aussahen wie faustdicke fluoreszierende Blasen. Es sah aus, als hätte unsere KOBOLD Blähungen :-D. 

In der Schönheit der Nacht, weit weg von zu Hause, überfielen mich nostalgische Gefühle und ich dachte viel über all die Leute nach, die ich in meinem Leben getroffen habe und die mein Leben mit geprägt haben. Von der gemeinsamen Zeit in der Kreuzkirche, unseren damaligen Vorstellungen des Lebens, bis zu heute. Zu vielen Leuten von damals ist der Kontakt leider eingeschlafen. Umso schöner ist es, dass ich viele Freunde von damals auch noch heute meine Freunde nennen kann und dass man die gegenseitigen Entwicklungen miterleben durfte. Mich überkam ein gewisser Stolz, dass die meisten von uns ihre Ziele erreicht haben. Wir waren fertige Ärzte, Biologen, Immobilienmakler, Lehrer und Anwälte geworden. Langjährige Beziehungen haben gehalten und es wurde geheiratet und viele haben Kinder bekommen. Und obwohl sich soviel geändert hat, sind wir irgendwie immer noch die selben. Wir kennen uns in und auswendig und sind aus dem Leben des anderen nicht mehr wegzudenken. Und das Schöne ist, ich weiß, egal wie lange ich auch weg bin, Ihr wertet immer da sein und ich werde immer stolz auf Euch sein! 

Nachdem meine Nachtschicht vorüber war und ich mich in die Koje gekuschelt habe, wurde ich irgendwann von dem Geräusch der klatschenden Wellen geweckt während ich von einer Seite der Koje zur anderen Seite gerollt wurde. Der Wind hat ordentlich aufgefrischt und der Seegang nahm zu. Ich wagte mich am nächsten Morgen noch an Deck und versuchte mich nicht zu bewegen, damit mein Magen nicht so durchgeschüttelt wird. Ab dem Zeitpunkt, ging nichts mehr. Der Wind nahm stetig zu und die Übelkeit auch. Ich verkroch mich unter Deck, nachdem ich mich einmal erleichtert hatte und war froh, dass wir zu viert waren und Jo und Maxime uns unterstützten. Um der Übelkeit zu entkommen, schlief ich nahezu den Rest der Überfahrt. Die Jungs machten das Beste draus, selbst als Jens irgendwann auffiel, dass die Halterung der knapp 3.000,00 EUR teuren Hydrovane (Stromlose Selbststeueranlage, auch der fünfte Mann an Bord genannt) gebrochen war und das Gerät auf halbacht hing. Die Jungs steuerten die KOBOLD nun eigenhändig durch die haushohen Wellen, die von allen Seiten kamen und entwickelten eine abenteuerlustige Freude an der wilden See. Das war der Moment, in dem aus Leichtmatrosen Seemänner wurden.

Die Freude war groß, als wir Mittwochabend, einen Tag früher als geplant 'La Coruna' erreichten. Maxime der am nächsten Tag bereits einen Flieger nach London nehmen wollte und die neugewonnene Zeit zur Vorbereitung seines Termins zu nutzen, überredete uns noch am selben Abend, trotz Regens, Tapas essen zu gehen. Das waren trotz des etwas trostlosen Lokals mit Neonbeleuchtung, die besten Tapas seit langem! Wir hatten alle einen Bärenhunger und bestellten viel zu viel.

Am nächsten Morgen, überraschte Maxime uns zum Abschied mit regional typischen Teilchen, u.a. das Spritzgebäck namens 'Churros', dass mit Zucker bestreut wird und die Spanier gerne in eine dickflüssige Schokolade tunken. Kaffee geht aber auch ;)  Herrlich! Wir hatten die Biskaya also überlebt!

Camaret & Brest

Nach der Völlerei und dem Hardcore-Chilling im 'le Manoir' waren wir nun gestärkt für die gefürchtete Biskaya. Ausgangspunkt hierfür sollte Brest sein - mit einem kleinen Zwischenstopp in Camaret sur Mer, einem verträumten Fischerörtchen mit bunter Promenade.

Am 9. September 2016 verließen wir also unseren schaukeligen Ankerplatz in Sables d´Or les Pins bei strahlender Sonne und hissten kurze Zeit später die Segel bei fünf angenehmen Knoten KOBOLDgeschwindigkeit. So brausten wir an der Nordküste der Bretagne entlang. Gegen Abend frischte der Wind weiter auf (27 Knoten). Gerade als wir die Segelfläche auf das 2. Reff verkleinerten um nicht ganz so viel Wind einzufangen, flaute der Wind ab. Wir beugten uns dem Willen der Natur und holten die Segel für die Nacht ein und ließen den Motor seinen Job machen. Am nächsten Morgen kamen wir dann erschöpft in Camaret sur Mer an. Im Hafenbecken machte sich ein neugieriger Seehund einen Spaß daraus immer wieder seinen Kopf zwischen den Booten aus dem Wasser zu luken, während sämtliche Yachties versuchen ihn mit ihren Kameras visuell einzufangen.       

Nachdem wir einen weiteren Einkaufswagen des örtlichen Supermarktes vollgeladen und ihn in der KOBOLD verstaut haben, machten sich die Jungs an die nicht enden wollenden Arbeiten am Boot, während ich über den örtlichen Flomarkt direkt an der Hafenpromenade schlenderte und mir meine Mädels zu einem Kaffeeklatsch in einem der vielen süßen Cafés nach Camaret wünschte.

Zwischenzeitlich hat Jens ein anderes Berliner Schiff entdeckt - das Ausbildungsschiff `ANTARES`der Segelschule`Hering` (www.segelschule-hering.de) von der Havel. Die Crew wollte auch am selben Tag wie wir die Überfahrt der Biskaya wagen. Wir verabredeten Funkkontakt zu halten.

Am nächsten Morgen machten wir dann noch einen kurzen Abstecher nach Brest, um Maxime einzusammeln, der für die Biskaya an Bord zurückkehrte. Da er sechs Tage später bereits einen wichtigen beruflichen Termin in London hatte, war unser Zeitfenster für die Überfahrt, für die man regelmäßig vier bis fünf Tage einplant, begrenzt. Auf der Wetterkarte für die nächsten Tage konnte man bereits ein Tiefdruckgebiet erkennen, das ein rotes Band mit ordentlich Wind in die französisch-spanische Bucht drückte. Unser Plan war einige Zusatzmeilen nach Westen zu machen, damit das Tiefdruckgebiet sich verkrümeln konnte und wir danach den etwas stärkeren, aber noch erträglichen Wind mitnehmen konnten. Es kam dann aber doch doller als gedacht (www.svkobold.com/vids) Seither ist klar, auch dem Wetterdienst für Segler kann man nicht immer vertrauen. 

Le Manoir St Michel & CAPE FREEHELL

Nachdem wir unseren Schlemmerabend in Alderney verdaut hatten und eine ruhige Nacht auf der KOBOLD verbracht hatten hieß es am nächsten Morgen mal wieder: früh raus. Wir wollten unbedingt so schnell es geht auf die französische Seite des Ärmelkanals nach Sables d´Or les Pins, wo der Bruder, nebst Family und Mama von Jo noch das letzte Wochenende ihrer Ferien verbrachten. Die Schwester von Jo hat dort ein Hotel, in dem wir auch ein bis zwei Nächte übernachten wollten.

 

Leider kamen wir dann doch erst um 10:30 Uhr in Alderney los. Die Sicht war diesmal nicht die beste, nachdem wir zunächst nur Nebelsuppe hatten, fing es zu allem Überfluss dann auch noch an zu regnen. Guernsey, die Nachbarinsel von Alderney war irgendwann komplett vom Nebel verschluckt und das, obwohl wir nur ungefähr 1 1/2 nm (nautische Meilen) weit weg waren. Dafür war der Seegang moderat, der Wind leider zunächst kaum vorhanden, so dass wir irgendwann mitten in der Nacht in der Bucht von Sables d´Or les Pins, in der Nähe von St. Malo unweit des bekannten Cap Frehel, ankamen. Geplant war später Nachmittag. Wegen der schlechten Sicht hatten wir zum ersten Mal das Radar angemacht, konzentrierten uns kurz vor der Bucht aber doch alle auf den gewohnten Plotter, ob bei dem ersten Ankermanöver im Dunkeln nicht vielleicht doch irgendwelche Untiefen zu beachten sind. Irgendwann entdeckte ich in unmittelbarer Nähe zu unserer KOBOLD auf dem Radargerät einen Fleck und fragte die Jungs, ob sie meinten, dass der Fliegenschiss in irgendeiner Weise zu beachten ist. Nahezu synchron schauten die beiden auf und wir sahen alle direkt vor uns ein kleines Schifferboot, das gerade seine Netze in aller Seelenruhe auswarf, genau auf dem Kurs auf dem wir uns befanden. Wir funkten das Boot an, um zu erfahren, ob wir hinter den Fischern oder lieber davor vorbei fahren sollten - wir hatten ja keinen Plan, wie tief die Netze hingen und wie weit man sie unter Umständen umfahren muss. Obwohl sie nunmehr fast schon nahezu 100 Meter vor uns waren und uns statt zu Antworten nur mit ihrer Taschenlampe blendeten, legte Jens den Hebel auf den Tisch und wir fuhren vorsichtshalber vor dem Fischerboot vorbei, obwohl diese längst backbord von uns waren, nicht ohne dass die Fischer nunmehr doch in der Lage waren uns zu antworten, allerdings mit lautstarker Stimme und derben Beleidigungen auf französisch.

 

Kurze Zeit danach sahen wir direkt am Bug einige vereinzelte Ankerbojen und das "Tappen im Dunkeln" hatte ein vermeintliches Ende. Nur die Boje wollte nicht ganz so wie wir. Anders als üblich war das Seil der Boje nur unter Wasser befestigt, so dass wir Mühe hatten die Boje mit dem Bootshaken zu fassen zu kriegen. Wir brauchten gefühlte 10 Anläufe. erst nachdem wir die Boje mit ***** ******** **** verflucht haben, gehorchte sie. Die Nacht war... bewegt... Die Wellen schaukelten die KOBOLD in übertriebener Weise in alle Himmelsrichtungen. Gegen fünf Uhr morgens hatten Jens und Jo genug und fixierten die KOBOLD am Heck an einer weiteren Boje und wir alle legten uns dann noch mal hin. Leider standen wir dann auch erst nach 11 Uhr wieder auf. Die Mutter von Jo war bereits abgereist und der Bruder samt Frau und Neffen von Jo wollten eigentlich auch langsam los. Vor lauter Erschöpfung hatten wir unsere Handys nicht mehr geladen und waren nicht erreichbar, weder für die Mama von Jo, noch für unseren Wecker :-(. Als wir dann endlich bei strahlendem Wetter den Strand erreichten, liefen die beiden kleinen strohblonden Neffen von Jo schon mit freudigem Geschrei in Onkels Arme. Und so war es nicht schwer Bruder und Schwägerin zu überreden, dass sie noch einen Tag länger blieben.

 

Das Hotel von Jo´s Schwester - Le Manoir de St Michel - lag hinter dem kleinen Hügel am Strand. Die Flaggen, die die Vorderseite des Hoteleingangs zieren, waren bereites vom Schiff aus zu sehen. An der höchsten Stelle des Hügels angekommen breitete sich vor uns das Anwesen des Hotels von Jo´s Schwester (mit dem wunderschönen Namen Sandra ;)) und ihrem Mann Gerome aus. Ein herrschaftliches altes Steinhaus auf einem riesigen Grundstück mit einem süßen Ententeich in der Mitte, in der Form eines Smiley´s. Wow! Das also war das Hotel, in dem Jo regelmäßig seine Schaffenspausen einlegt. Ich hatte es mir viel kleiner vorgestellt. Zum Ententeich hin haben Sandra und Gerome einen Wintergarten angebaut und die liebevolle Einrichtung des Frühstücksraum und der Küche lassen erahnen, wieviele gemütliche Tage und Nächte hier bereits verbracht wurden. Auf der Wiese gickelte ein einziger hübscher Zwergenhahn mit seiner exotischen Hehne (japanische Züchtung? ) und vertrieb die zahlreichen Enten, sobald sie der Hehne oder wahlweise auch seinem Futter zu nahe kamen. Ab und an ließ sich auf der Wiese auch eines der von Sandra ausgesetzten freilaufenden Meerschweinchen blicken. Eines von den zweien sollte, wie wir knapp zwei Wochen später erfuhren, fünf kleine Meerschweinchen zur Welt bringen. Und so kam es, dass wir statt 1-2 Tage eine ganze Woche blieben und jeder es auf seine Art genossen hat, mal wieder etwas Zeit an Land zu verbringen. Abends verwöhnten uns Jo und Gerome mit dem besten, was das Meer hergibt. Bereits am ersten Abend gab es Taschenkrebse und eine Meeresspinne (sieht eigentlich auch aus wie ein Krebs), den die Neffen von Jo eigenhändig (mit Papas Hilfe) gefangen haben. Am nächsten Tag sind wir essen gegangen. Es gab Loup de mer und als Vorspeise Jacobsmuscheln in Knobi und Schnecken. Am nächsten Abend ging es weiter mit dem Köstlichsten, das ich seit langem gegessen habe: Hummer mit einem ultramegaleckeren Hummersößchen. Vielleicht stelle ich das Rezept auch noch online. Weiter ging es mit Sparerips vom Grill mit einer von Gerome selbstgemachenten unheimlich geilen Barbecuesoße (das Rezept bekomme ich leider nicht mehr zusammen, da war alles Mögliche drin). Dann einen Topf Miesmuscheln und zum finalen Abschluss ein paar Burger au Manoir. Morgens gab es frische Croissants und drei verschiedene hausgemachte Marmeladen. Völlerei pur!

 

Als wir zwei Tage nach unserem Landfall mal auf dem Boot nach dem Rechten sahen, war ich doch etwas erschrocken. Das Festmacherseil an der Boje war wegen der übertriebenen Wellen an der Küste von St. Malo zur Hälfte durchgescheuert. Ich will mir gar nicht ausmalen, was gewesen wäre, wenn wir erst später nach der KOBOLD geschaut hätten. Okay, wir hatten zwar den Ankeralarm eingeschaltet, der uns per Smartphone informiert, sobald sich das Schiff aus einen bestimmten Radius heraus bewegt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir rechtzeitig vom Hotel an der Boje gewesen wären, um ein Abtreiben zu verhindern. Unsere arme KOBOLD! Wir sicherten die KOBOLD mit drei Seilen, nur um einen Tag später festzustellen, dass wieder ein Seil fast durchgescheuert war. Jetzt legten wir einen Karabinerhaken in die Metallöse der Boje. Und siehe da! Metall auf Metall hält!

 

Ansonsten war das Hotel in der Bretagne der erste Ort, wo wir uns nach einem knappen Monat auf See mal etwas Zeit gönnten und die Seele etwas baumeln lassen konnten. Jens lernte seine Drohne endlich kennen und spielte den ganzen Tag nur noch mit ihr. Nebenbei produzierte er so spektakuläre Aufnahmen mit zitternden Fingern (Auch zu sehen auf der Homepage vom Hotel (www.manoirstmichel.com). Die Drohne fliegt über einen Kilometer weit und war teilweise nicht mehr sichtbar. Da kann man die Orientierung schnell mal verlieren. Ich übte mich im Hardcorechilling, las viel und surfte im Internet - solange wir es noch hatten. 

 

Als der Wind eigentlich gut stand, um weiter zu segeln, meldeten sich Golo und Schubi. Freunde, die einige Woche vor unserer Abreise auch aus Hamburg auf dem Weg nach Portugal aufgebrochen waren. Allerdings mit dem Fahrrad!!! Sie waren nicht mehr weit weg und hatten uns nahezu eingeholt. Und so beschlossen wir noch an die beiden zu warten und ein paar weitere Tage mit ihnen zu genießen. Natürlich empfingen wir sie angemessen vor dem steilsten Hügel von Sables d´Or les pins mit der Drohne und filmten ihren hechelnden Fahradtritt den Berg hinauf. Die Armen waren so alle, dass sie weder uns noch die Drohne anfangs registriert hatten. In dem Moment war irgendwas ganz besonderes in der Luft.. Die Abenteuerer trafen sich an einem der unzähligen tollen Orte der Erde.... In den letzten beiden Tagen mit den Fahradjungs entstanden so glorreiche Ideen, wie ein Battle zwischen den Seglern und den Bikern zu starten, wer den Text von "Voyage, Voyage!" von "Desireless" besser auswendig lernen kann. Wer sich den Text mal angeschaut hat weiß, dass das kein leichtes Unterfangen ist :P Und erst dieser Ohrwurm, der uns die nächste Zeit weiter verfolgen sollte...

Voyage Voyage
Au dessus des vieux volcans,
Glisse des ailes sous les tapis du vent,
Voyage, voyage,
Eternellement.
De nuages en marécages,
De vent d'Espagne en pluie d'équateur,
Voyage, voyage,
Vole dans les hauteurs
Au dessus des capitales,
Des idées fatales,
Regarde l'océan...

Voyage, voyage
Plus loin que la nuit et le jour, (voyage voyage)
Voyage (voyage)
Dans l'espace inouï de l'amour.
Voyage, voyage
Sur l'eau sacrée d'un fleuve indien, (voyage voyage)
Voyage (voyage)
Et jamais ne revient.

Sur le Gange ou l'Amazone,
Chez les blacks, chez les sikhs, chez les jaunes,
Voyage, voyage
Dans tout le royaume.
Sur les dunes du Sahara,
Des iles Fidji au Fujiyama,
Voyage, voyage,
Ne t'arrêtes pas.
Au dessus des barbelés,
Des coeurs bombardés,
Regarde l'océan.

Voyage, voyage
Plus loin que la nuit et le jour,
Voyage
Dans l'espace inouï de l'amour.
Voyage, voyage
Sur l'eau sacrée d'un fleuve indien,
Voyage
Et jamais ne revient.

Au dessus des capitales,
Des idées fatales,
Regarde l'océan.

Voyage,
Plus loin que la nuit et le jour,
Voyage
Dans l'espace inouï de l'amour.
Voyage, voyage
Sur l'eau sacrée d'un fleuve indien,
Voyage
Et jamais ne revient

Locker hätten wir es uns noch ein paar Tage oder Wochen mehr im Hotel gutgehen lassen können, wenn da nicht die Biskaya wäre, die es noch vor den Herbststürmen zu überqueren galt. So fuhren wir nochmal in den Supermarkt um genug Proviant für die nächsten Tage zu bunkern. Um das ganze Zeug nicht so weit schleppen zu müssen, fuhren wir mit dem Pickup von Gerome direkt auf den Strand und beluden das Dingi (Beiboot) bis zur Oberkante. Jens und Schubi dem wir das Boot zeigen wollten und ich hatten gerade noch Platz neben all den Einkaufstüten. Als wir gerade mit dem kleinen Gummiboot in See stechen wollten, erfasste uns eine viel zu große Welle und brach über dem Dingi. Und da Wellen ja bekanntlich nicht allein kommen, rollte gleich die nächste ins Boot. Auf der KOBOLD angekommen, staunte ich nicht schlecht, dass nur das Brot und das Zewa- Küchenpapier abzuschreiben war. Der Rest war zwar nass, aber dank der normalerweise vollkommen überflüßigen drei- bis vier-Mal-Verpackung noch zu gebrauchen.

 

Was soll ich sagen! Fahrt dorthin! Das Hotel ist der ultimative Geheimtipp für eine Flucht aus der Stadt und bietet der Seele viel Raum zum Baumeln!

 

ALTER NEEE, auf nach ALDERNEY!

In drei Minuten beginnt offiziell unser Sabbatical!!! Der Urlaub ist nun vorbei :-D. Obwohl genau genommen ist das gar nicht so klar. Wir haben mittlerweile drei Uhrzeiten auf dem Schiff. Die deutsche (1:57 Uhr), die lokale (0:57 Uhr) und die UTC-Zeit (Universal Time coordinated oder so). Letztere wird jetzt die von uns in erster Line maßgebliche sein, damit wir nicht durcheinander kommen bei den vielen Ländern die wir ansteuern.

Jens und ich haben Nachtwache. Wir sind mitten auf dem Ärmelkanal und haben eine ruhige See und wenig Wind. Dank dem `Roten Bullen`bin ich fit und Jo, der langsam mit seiner Nachtwache dran wäre kann noch etwas länger schlafen. Payback für die letzte Nachtwache :)
Um uns herum sind neben den Sternen jede Menge Lichter der Dickschiffe zu sehen. Auch wenn die Schiffe eigentlich eine potentielle Gefahr darstellen, irgendwie hat es was beruhigendes, sie am Horizont zu sehen. Die KOBOLD scheint wie verzaubert. Sie zieht einen langen glitzernden Schweif im Wasser hinter sich her. Im Wasser sind Millionen von phosphoreszierenden Teilchen, welche bei der Berührung mit dem Schiff wie Glühwürmchen im Wasser leuchten. 

Und nun ein kleines Quiz für Euch zu unserem Kurs zwischen der Isle of Wight und Aldeney:

Warum sind wir auf der Mitte des Kanals von unserem Kurs abgewichen:

A) Jens hat versucht seinen Namen in den Ärmelkanal zu schreiben
B) Wir mussten mehreren Dickschiffen ausweichen
C) Wir sind alle eingeschlafen und der Wind hat gedreht, so dass die Hydrovane (Windselbststeueranlage) uns in die falsche Richtung gesteuert hat
D) Der Tiedenstrom war ungünstig und dies war die beste Möglichkeit die Wetterbedingungen optimal für uns zu nutzen

Mehrfachantworten sind möglich. Derjenige, der mir bis zum nächsten Bericht.

THE COWS OF COWES

We are not even supposed to be here...

Hier in Cowes sind wir nun seit Sonntagabend und kommen nicht so recht weg, weil der Wind nahezu eingeschlafen ist. Dafür genießen wir das immer noch traumhafte Wetter  (Sonne 30° C - typisch für UK im Spätsommer;-) und schauen dem Treiben im Hafen zu, während wir an unserer TO-DO-Liste arbeiten oder eben auch nicht ;-) Aktuell bin ich dabei Krebse neben dem Schreiben zu fangen. 

So abgefahren! Ich habe in Dover beobachtet, wie ein paar Bauarbeiter direkt vor unserer KOBOLD an der Kaimauer ein Säckchen an eine Schnur gebunden haben und beim Herausziehen der Schnur kleine Krebse daran hingen. Sie verrieten mir, dass sie in das Säckchen "Breakfast Sausages and Beans" getan haben. Natürlich habe ich das heute auch gleich mal ausprobiert und war bereits nahezu erfolgreich! Und zwar nicht mit so ein paar Minikrebsen, sondern ein Oschi von ca. 25 cm Durchmesser hing an der Schnur. Leider hatte ich nicht rechtzeitig vorgesorgt und hatte keinen Eimer oder ähnliches zur Hand. Der Krebs ließ den Köder los, sobald er die Wasseroberfläche berührte. Dommage! Mich hatte natürlich das Jagdfieber gepackt und ich habe die Leine gleich neu bestückt und ab ins Wasser damit. Leider, erstmal ohne Erfolg. Wir sind dann irgendwann in die Stadt um noch ein paar Besorgungen fürs Boot zu machen. Während Jens im Bootszubehörladen festhing, lockte mich ein Kleiner süßer Secondhandladen, in dem es übertrieben günstige Sachen gab. Bin mit zwei "neuen" Oberteilen wieder raus gekommen. Das geilste an dem Laden war, dass er keinen Namen hatte. Statt dessen prangte über der Tür ein Slogan à la "Stop abusing children!". Eines der ersten Teile, die ich in der Hand hatte war dann direkt von Primark :-D. Nun ja, ein bisschen Doppelmoral steckt doch in jedem von uns...

In diesem Sinne drückt mir die Daumen für´s Krebsangeln