Deutsche Bucht & Energie

Uff, das war ein Ritt! von Samstag früh bis Montagmittag sind wir von Helgoland nach Texel durchgefahren! 2 1/2 Tage und zwei Nächte! 

Der erste Tag auf hoher See war top. Wir hatten zwar eine ziemlich ruppige See mit kurzen hohen Wellen, was eine ordentliche Achterbahn bedeutet, aber im Gegensatz zu zwei erfahreneren Crewmitgliedern `fütterte ich nicht die Fische´. Ersteinmal… Doch als ich mich zum Schlafengehen vor meiner ersten Nachtwache unter Deck begab und sich die Welt unten, von links nach rechts in gefühlten 45 ° - Winkel bewegte und noch dazu die Wellen gegen den Rumpf des Schiffs klatschten und es klang, als ob eine Metalltür irgendwo.  permanent zugeschlagen wird, da war es dann auch meinem Magen zufiel…. Ich konnte danach dann aber doch erstaunlicherweise recht selig schlafen, bis ich gegen 1:00 Uhr für die 3-stündige Nachtwache geweckt wurde. Zusammen mit Maxime, unserem atlantikerprobten Franzosen, steuerten wir das Boot durch die immer noch gigantischen Wellen. Die Orientierungslichter der Bohrinseln und Verkehrstrennungsgebiete auf dem Wasser verschwanden sekündlich hinter den hohen Wellen. Mir war schon etwas mulmig zumute. Maxime sang mit seiner schönen Barritonstimme seemännisch Evergreens, während er steuerte. Das beruhigte! Irgendwann forderte er mich auf doch auch mal zu steuern und siehe da! Das war echt cool! Wenn man es selbst in der Hand hat das Boot die Wellen runter zu surfen und in einem schrägen Winkel wieder hinaufzuklettern vergeht einem sämtliche Unsicherheit und auch Übelkeit! Die schwarzen Monster, namens Welle, waren plötzlich gar nicht mehr so furchterregend und ich konnte den fast noch vollen Mond ausgiebig bewundern. 

Trotzdem muss ich gestehen, war ich froh, als wir nach drei Stunden von Jens und Jo abgelöst wurden. Bei den beiden wurde das Wetter noch krasser! Es fing an zu pläddern und die See wurde noch unruhiger. In der Ferne waren Blitze zu sehen (Wäre nichts für Dich Sari))))) und die KOBOLD bockte wie ein junges Fohlen, das nicht eingeritten werden wollte. 

Als dann endlich der nächste Tag anbrach sah alles schon wieder etwas besser aus. Und die darauf folgende Nacht war bereits wesentlich ruhiger. Die Wellen länger und entspannter, so dass die zweite Nachtwache mit Jens sehr viel kuscheliger wurde ;D Ich musste mich diesmal nur zwingen wach zu bleiben um regelmäßig - zusammen mit Jens - einmal den Blick umherschweifen zu lassen, um sicherzugehen, dass auf der Wasserverkehrsstraße, die wir gerade kreuzten keine Schiffe umherdümpelten, die - wie wir - keinen aktiven AIS-Sender hatten und dadurch nicht auf unserem `Plotter` zu sehen waren. 

Nach der Schicht von Jo und Maxime war bereits Land in Sicht und ich weiß jetzt, was für ein übertrieben erleichterndes Gefühl das nach so einer Nachtüberfahrt sein kann. Die Dusche war ein Traum!! Habe noch nie eine Dusche so sehr genossen!!! Nachdem wir `klarschiff` gemacht haben gab es erstmal ein herrliches Entrecôte. Mit Heißhunger hatten wir in Helgoland gute vier Kilo argentinisches Rind gekauft. War ja zollfrei.  Das bedeutete also ein gutes Kilo für jeden! Geil! Danach waren wir dann alle recht erschöpft! Heute machen wir noch ein paar Kleinigkeiten am Schiff und werden nachher vielleicht mal einen kleinen Ausflug nach `De Koop` machen und dann abschließend besprechen, ob die nächste Tour nach ´Den Haag, `Dover` oder ganz woanders hin geht. Mal schauen. Alles kann nix muss