Camaret & Brest

Nach der Völlerei und dem Hardcore-Chilling im 'le Manoir' waren wir nun gestärkt für die gefürchtete Biskaya. Ausgangspunkt hierfür sollte Brest sein - mit einem kleinen Zwischenstopp in Camaret sur Mer, einem verträumten Fischerörtchen mit bunter Promenade.

Am 9. September 2016 verließen wir also unseren schaukeligen Ankerplatz in Sables d´Or les Pins bei strahlender Sonne und hissten kurze Zeit später die Segel bei fünf angenehmen Knoten KOBOLDgeschwindigkeit. So brausten wir an der Nordküste der Bretagne entlang. Gegen Abend frischte der Wind weiter auf (27 Knoten). Gerade als wir die Segelfläche auf das 2. Reff verkleinerten um nicht ganz so viel Wind einzufangen, flaute der Wind ab. Wir beugten uns dem Willen der Natur und holten die Segel für die Nacht ein und ließen den Motor seinen Job machen. Am nächsten Morgen kamen wir dann erschöpft in Camaret sur Mer an. Im Hafenbecken machte sich ein neugieriger Seehund einen Spaß daraus immer wieder seinen Kopf zwischen den Booten aus dem Wasser zu luken, während sämtliche Yachties versuchen ihn mit ihren Kameras visuell einzufangen.       

Nachdem wir einen weiteren Einkaufswagen des örtlichen Supermarktes vollgeladen und ihn in der KOBOLD verstaut haben, machten sich die Jungs an die nicht enden wollenden Arbeiten am Boot, während ich über den örtlichen Flomarkt direkt an der Hafenpromenade schlenderte und mir meine Mädels zu einem Kaffeeklatsch in einem der vielen süßen Cafés nach Camaret wünschte.

Zwischenzeitlich hat Jens ein anderes Berliner Schiff entdeckt - das Ausbildungsschiff `ANTARES`der Segelschule`Hering` (www.segelschule-hering.de) von der Havel. Die Crew wollte auch am selben Tag wie wir die Überfahrt der Biskaya wagen. Wir verabredeten Funkkontakt zu halten.

Am nächsten Morgen machten wir dann noch einen kurzen Abstecher nach Brest, um Maxime einzusammeln, der für die Biskaya an Bord zurückkehrte. Da er sechs Tage später bereits einen wichtigen beruflichen Termin in London hatte, war unser Zeitfenster für die Überfahrt, für die man regelmäßig vier bis fünf Tage einplant, begrenzt. Auf der Wetterkarte für die nächsten Tage konnte man bereits ein Tiefdruckgebiet erkennen, das ein rotes Band mit ordentlich Wind in die französisch-spanische Bucht drückte. Unser Plan war einige Zusatzmeilen nach Westen zu machen, damit das Tiefdruckgebiet sich verkrümeln konnte und wir danach den etwas stärkeren, aber noch erträglichen Wind mitnehmen konnten. Es kam dann aber doch doller als gedacht (www.svkobold.com/vids) Seither ist klar, auch dem Wetterdienst für Segler kann man nicht immer vertrauen.