Helgoland Hell

Ich frag ihn auf wen er wartet, er sagt der Käpt'n lässt sich Zeit. Denn bis zum nächsten Hafen sei der Weg noch ziemlich weit.ch frag ihn auf wen er wartet, er sagt der Käpt'n lässt sich Zeit. 

 

Da haben wir nun unser erstes Ziel erreicht! Da der kleine Besucherhafen überwiegend belegt war mussten wir an der Kaimauer an ein bereits dort geparktes Schiff in ein sogenanntes Päckchen legen. Helgoland hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Die Inselgruppe sollte nach dem Zweiten Weltkrieg von den Briten eigentlich komplett gesprengt und im Meer versenkt werden.  Das hat irgendwie ein eher trostloses Bild in meiner Fantasie produziert. Stattdessen sah es aus, als hätte jemand bunte Legosteine an die Hafenpromenade gesetzt. 

Einer der ersten Aktionen war unseren Proviant im großen Stil aufzustocken. Auf Helgoland gibt es eigens dafür ausgestattete großhändlerähnliche Läden. WIr hatten danach Probleme den ganzen Wein, das Bier und mein Schöfferhofer Grapefruit im Bauch der Kobold zu verstauen. 

Anschließend genehmigten wir uns erstmal ein kleines Weinchen nebst Snack in der `Bunten Kuh`, bevor wir mit unseren Weingläsern gemütlich bei feinster Sonne den Helgoländer Hügel hoch schlenderten und von da aus die rote Steilküste bewunderten. Aus der Ferne sahen wir es in Küstennähe in einer verlassenen Bucht silbrig glitzern. Da lag ein Seehund im Wasser. Als wir hinabstiegen und das Wasser wegen der Ebbe langsam zurück ging, sahen wir, dass sich der Seehund auf einem Stein unter Wasser gemütlich in der Sonne rekelte. Nach einer Weile Plottern überall noch mehr runde Seehundköpfe hoch. Sobald diese sich der alten Seehunddame näherten fauchte diese, die Konkurrenten böse an, um ihren Stein zu verteidigen. Auch andere Seehunde schienen sich nicht so einig darüber zu sein, wer den nächsten Stein belegen dürfte, der sich nach ein paar Minuten aus dem Wasser hob. Wir machten es den Seehunden gleich und pfletzten uns auf die großen Betonsteine, die am Ufer lagen. 

Erst bei Dämmerung kehrten wir auf unsere KOBOLD zurück, wo ich uns ein paar überbackene Zuccinis zubereitete. Der Plan war am nächsten morgen, mal wieder in aller Herrgottsfrühe, direkt nach Texel aufzubrechen.